Wandern im Fuerteventura-Lexikon

Fuerteventuras ist bekannt durch ihre felsige Natur und dem herrlich feinen Wüstensand sowie zerstörte Vulkane und so gut wie keiner Vegetation. So ist der erste Eindruck von der Insel, den man erhält. Wer aber die schönen Täler und Schluchten sowie den einzigen Gipfel der Kanaren-Insel schon zu Fuß entdeckt hat, ist von der Lebendigkeit dieser mageren Schönheit tief beeindruckt. Die Gäste im Hotel schauen staunend zu, wie eine kleiner Trupp von Wanderern, mit Rucksack und Regenzeug bestückt in einen Geländewagen steigen, an dessen Reifen schon der Lehm klebt, denn dieses Urlaubsvergnügen, gibt es auf der Insel im Gegensatz zu den Nachbarinseln noch nicht so lange. Das wird jetzt auch auf der Insel Fuerteventura nach und nach in Angriff genommen. In der nächsten Zeit sollen etwa sechshundert Kilometer lange Wanderwege, die angenehme Natur der Insel Fuerteventura zugänglich machen, denn heute sind Hinweisschilder, Landkaten und Wanderführer noch selten zu bekommen. Aber unser Wanderführer, kennt in der Umgebung jedes Tal und jeden Weg, der uns zu unserem Ziel bringt. Es ist ein Deutscher, der vor einigen Jahren aus Liebe zu dieser Insel geblieben ist und heute, selbst von den Einheimischen als ein sehr guter Kenner der Insel geschätzt wird. Wir fahren erst mal von Corralejo kommend durch die weite und flache Landschaft, die ziemlich karg und stachlig ist. Kleine Vulkankegel heben sich aus dem Flachland und man sieht einzelne versprengte Berggruppen. An uns gleiten schöne alte Dörfer mit Feldern und Palmen die terrassenartig angelegt sind vorbei. Die Vegetation wird immer üppiger und wir kommen unserem Wanderziel immer näher und freuen uns die Insel zu fuß erkunden zu können.

Die erste große Wanderung

Wir fahren mit dem Geländewagen nach Vega de Río Palmas, in diesem Ort wird nämlich jedes Jahr die Inselpatronin „Nuestra Señora de la Peña“ geehrt, von dort aus starten wir die Wanderung. Wir wandern am Rio Palmas vorbei das ist der „Palmenfluss“, der bis zum siebzehnten Jahrhundert noch ständig Wasser führte, heute ist er mit viel lockerem Gestein und kleinen Kieseln gespickt. Wie eine Fessel krallen sich die Dattelpalmen mit ihren starken Wurzeln um die großen Felsblöcke die direkt am Ufer stehen. Auf den Terrassenartig angelegten Grundstücken ums Dorf herum, wachsen verschiedene Gemüsearten, wie Karotten, zwiebeln und Kürbisse. Das schöne Tal am Palmenfluss, ist auch heute noch die wasserreichste Gegend der Insel Fuerteventura. Kleine Falter die uns um die Nase schwirren begleiten uns auf dem neuen Wanderweg. Der Weg zieht sich durch das ausgetrocknete Bachbett stetig das Tal hinauf. Und langsam staut sich zwischen den Bergen die Wärme. Warme Anziehsachen verschwinden in den Rucksack, damit unsere Haut auch die Natur genießen kann. Wir staunen über die einmalige Schöpfung der Natur, die immer dichter wird und auf dem große Wolfsmilchgewächse wachsen, die viel Ähnlichkeit mit Kakteen zeigen, aber auch subtropische Pflanzen können wir auf Schritt und Tritt sehen. Nach etwa einer Stunde erreichen wir den „Embalse de la Peñitas“ das ist ein Stausee der oberhalb des Ortes angelegt wurde, damit das Wasser, der raren, aber kräftigen Regenfälle für eine gute Wasserversorgung der Menschen sorgt. Leider ist der Versuch fehlgeschlagen, da die ungebändigten Fluten des Palmenflusses, fast im Geröll erstickten. Der See wirkt heute wie ein Fehlgriff in der kärglichen Gebirgslandschaft. So konnten wir in verhältnismäßig kurzer Zeit, einige neue Eindrucke von Fuerteventura mit nach Hause nehmen.


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